YL Community
4. Kamingespräch Corporate Citizenship
9. Februar 2012, München
Lernen durch Corporate Volunteering
Unter dem Motto „Corporate Volunteering“ diskutierten Prof. Dr. Thomas Maak, Professor für Leadership and Responsibility an der ESADE Business School in Barcelona, und Peter Kusterer, Leiter von Corporate Citizenship und Corporate Affairs bei IBM Deutschland vor etwa 50 Gästen aus Wirtschaft und Gesellschaft. Die Moderation der Veranstaltung in den Münchner Räumen der BMW Stiftung lag in den Händen von Dr. Frank W. Heuberger, Mitbegründer des Center for Corporate Citizenship Deutschland (CCCD).
Prof. Maak begleitete das Corporate-Volunteering-Programm Ulysses der PricewaterhouseCoopers AG wissenschaftlich und berichtete von seinen Ergebnissen. Allgemein ist Lernen am erfolgreichsten als „Service-Learning“, dem Verbinden von fachlichem Lernen und gesellschaftlichem Engagement. Dann ist Lernen erfahrungsbasiert, prozesshaft, emotional und ganzheitlich. Ulysses vermittelte Führungskräfte drei Monate lang in weltweite Hilfsprojekte, wie beispielsweise in die in China arbeitende NGO „Save the Children“ in Fuyang, wo sie in internationalen Dreierteams ihre unterschiedlichen Kompetenzen einsetzten. In seiner Studie konnte Prof. Maak verschiedene Lernerfahrungen der Volunteers herausarbeiten: die Entwicklung einer globaleren Perspektive, die Entwicklung der Persönlichkeit , vor allem der Beziehungsintelligenz, und die Erkenntnis, dass jeder Einzelne Verantwortung in der Gesellschaft trägt.
Peter Kusterer berichtete über das Corporate-Volunteering-Programm von IBM aus einer pragmatischen Unternehmensperspektive. Mit seinem Projekt „Corporate Service Corps“ versucht IBM Kernkompetenzen, wie beispielsweise IT-Know-how, bei internationalen Hilfsprojekten zu verankern. Bei IBM können sich grundsätzlich alle Mitarbeiter bewerben. Die Ausgewählten sind vier Wochen in einem internationalen Team vor Ort und führen in dieser Zeit ein eigenes Projekt durch. Die wichtigsten Lernerfahrungen, die Kusterer dabei beobachten konnte, sind erhöhte Selbstständigkeit, Flexibilität, Eigeninitiative und die Erkenntnis, dass gesellschaftliches Engagement mit dem eigenen Beruf kombiniert werden kann.
Diese Lernerfahrungen werden bei IBM als wichtig eingeschätzt und können womöglich auch die Unternehmenskultur positiv beeinflussen. Bei IBM haben bislang 1500 Mitarbeiter an diesem Programm teilgenommen; ob eine Rückwirkung auf den Konzern stattfindet, kann allerdings aktuell noch nicht beantwortet werden.
Mit Blick auf die Entwicklung von Corporate Volunteering in den nächsten zehn Jahren wünschte sich Kusterer ein mehr kompetenzbasiertes und gesellschaftlich mitgetragenes Engagement. Prof. Maak stimmte dem zu und würde dieses Engagement gern in der DNA eines Unternehmens oder gar der ganzen Gesellschaft verankert sehen.
