KeyVisual
KeyVisual
KeyVisual

3. Summit Lecture

22. März 2011, München
„Was können, was müssen wir uns leisten? – Grenzen des Sozialstaats“

„Haarscharf am Thema vorbei“, so resümierte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Jürgen Chrobog, ebenso humorvoll wie treffend am Ende eine spannende und intensive Diskussion im Konferenzraum der BMW Stiftung. Im Mittelpunkt der dritten Summit-Lecture, die vor 80 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und den Medien Bayerns stattfand,  standen nämlich vor allem die Verschuldungs- und Eurokrise sowie die vielbeschworene „Transferunion“, also der Handlungsrahmen künftiger Sozialpolitik, nicht aber die Sozialpolitik selbst. 

Allerdings war es auch nicht verwunderlich, dass die großen wirtschaftspolitischen Themen dominierten: Schließlich saßen mit dem bayerischen Finanzminister Georg Fahrenschon und dem Ökonomen Kai Konrad zwei Kenner der internationalen Finanz- und Wirtschaftsabläufe unter Leitung des Ressortleiters der Süddeutschen Zeitung, Ulrich Schäfer, auf dem Podium. 

Professor Kai Konrad zeigte in seinem Eröffnungsvortrag schonungslos auf, dass „Staatsschulden ohne Sühne“ – so der Titel seines neuesten Buches –   eben nicht möglich sind und die Hoffnung allein auf das für ihn zu Unrecht viel kritisierte Wirtschaftswachstum und niedrige Zinsen  nicht ausreichten, um ausufernde Staatsschulden zu verhindern. Vielmehr gehörten eigenverantwortliche Sparpolitik der EU-Mitgliedsländer, rigorose Stabilitätspolitik der EZB ohne Stützungskäufe von Staatsschulden und mögliche Umschuldungen in der Eurozone ebenfalls dazu. 

Finanzminister Georg Fahrenschon sprach sich in seinem Statement für eine nachhaltige Finanzpolitik aus, deren Kennzeichen die Konsolidierung des Haushalts sei. Denn dadurch eröffne  sie den nötigen Gestaltungsspielraum für sozialstaatliches Handeln. Hinzu müsse noch eine aktivierende Wirtschaftspolitik treten, die die richtigen Anreize für Wachstum setze. Beispielhaft für den Euroraum nannte Fahrenschon die nationale Schuldenbremse in Deutschland und die Vorreiter-Rolle Bayerns, das seit 2005 ausgeglichene Haushalte vorlege und aus der Krise deshalb rascher und besser herausgekommen sei. 

Einig waren sich beide Redner, dass die Transferunion mit der geplanten Ausweitung des Rettungsschirms „unterwegs“ sei und der im Gegenzug dafür vereinbarte „Pakt für den Euro“ die Verbindlichkeit vermissen lasse.  Optimistisch kann man also nicht in die Zukunft blicken.

 

 


Redner

Georg Fahrenschon

Georg Fahrenschon

Bayerischer Staatsminister der Finanzen

Kai Konrad

Kai Konrad

Geschäftsführender Direktor, Max-Planck-Institut für Steuerrecht und Öffentliche Finanzen, München; Forschungsprofessor, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Ulrich Schäfer (Moderator)

Ulrich Schäfer (Moderator)

Ressortleiter München, Region und Bayern, Süddeutsche Zeitung, München

Hans-Werner Sinn (Eröffnung und Einleitung)

Hans-Werner Sinn (Eröffnung und Einleitung)

Ordinarius für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München; Präsident, ifo-Institut

Jürgen Chrobog (Eröffnung und Einleitung)

Jürgen Chrobog (Eröffnung und Einleitung)

Staatssekretär a.D.; Vorsitzender des Vorstands, BMW Stiftung Herbert Quandt, München und Berlin








English | Deutsch

Partner

CESifo Group

Weitere Informationen

YouTubeYouTube  |  TwitterTwitter  |  FacebookFacebook  |  FacebookFacebook Fanseite  |  XingXing  |  LinkedInLinkedIn  |  RSS FeedsRSS  |  NewsletterNewsletter