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4. Summit Lecture
15. Februar 2012, München
Bildungschancen verbessern, Talente fördern – wie nutzen wir unsere Potentiale für mehr Wettbewerbsfähigkeit?
Global betrachtet befinden wir uns bereits heute in einem stetig wachsenden internationalen Wettbewerb um hochqualifizierte Arbeitskräfte. Europa vergibt Blue Cards für Fachkräfte aus Drittstaaten, in Deutschland entstehen Eliteuniversitäten nach amerikanischem Vorbild und auf dem Dresdner Bildungsgipfel 2008 hatten Bund und Länder angekündigt, verstärkt in Bildung zu investieren, um alle Menschen in die ausgerufene „Bildungsrepublik Deutschland“ zu integrieren und dem drohenden Fachkräftemangel nachhaltig zu begegnen.
Dennoch beklagt die deutsche Wirtschaft laut einer aktuellen Umfrage der Deutschen Industrie und Handelskammer (DIHK) im Jahr 2011 mehr als 1,3 Millionen vakante Stellen. Zudem sehen im Gegensatz zum Vorjahr doppelt so viele der befragten Betriebe den Fachkräftemangel als eines der größten Risiken für die eigene wirtschaftliche Entwicklung.
Zeitgleich haben nach einer Studie im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) 1,7 Millionen Menschen zwischen 20 und 30 Jahren in Deutschland keinen Schulabschluss und befinden sich auch nicht mehr in Ausbildung. Immer deutlicher zeichnet sich ab, dass wir unsere Ressourcen an potentiellen Fachkräften verschleudern und dadurch Gefahr laufen, im internationalen Wettbewerb abgehängt zu werden.
Wie kann das nicht ausgeschöpfte Potential gering qualifizierter junger Menschen mobilisiert und genutzt werden? Liegt darin der Schlüssel zur nachhaltigen Steigerung der ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit eines Landes? Welchen Beitrag kann das duale Ausbildungssystem leisten, das selbst nur einen Bruchteil der in Frage kommenden Schulabgänger integriert? Wie können die Ausbildungs- und Berufschancen für Kinder und Jugendliche bildungsferner Schichten oder mit Migrationshintergrund in Zeiten strapazierter öffentlicher Haushalte nachhaltig verbessert werden? Welche Rolle kommt dabei dem Staat, aber auch der Wirtschaft und dem Dritten Sektor zu?
Über diese Fragen diskutierten:
Jörg Dräger Vorstand Bereich Bildung, Bertelsmann Stiftung, Gütersloh; Geschäftsführer, CHE – Centrum für Hochschulentwicklung, Gütersloh
Regina Pötke Vorstand Bereich Bildung, Roland Berger Stiftung, München
Ludger Wößmann Bereichsleiter Humankapital und Innovationen, ifo Institut, München
Christoph Anz Beauftragter für Bildungspolitik, BMW Group, München
Jeanne Rubner (Moderatorin) Autorin und Redakteurin, Süddeutsche Zeitung, München
Jürgen Chrobog (Begrüßung und Einführung), Staatssekretär a.D.; Vorsitzender des Vorstands, BMW Stiftung Herbert Quandt, München und Berlin
Hans-Werner Sinn (Begrüßung und Einführung) Ordinarius für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft, Ludwig-Maximilians-Universität München; Präsident, ifo-Institut, München
