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1st World Young Leaders Forum

21. - 25. Februar 2005, Kauai, Hawaii
“Identity and Trust in International Relations”

Das erste World Young Leaders Forum fand auf der hawaiianischen Insel Kauai statt. Die BMW Stiftung Herbert Quandt versammelte sechsundfünfzig junge Führungskräfte aus Europa, China, Indien, Russland und den Vereinigten Staaten. Ziel der Konferenz war es, den Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien eine Gelegenheit zum Meinungs- und Gedankenaustausch zu geben sowie ein internationales Netzwerk aufzubauen.

An drei Konferenztagen wurde das Thema des Forums - „Identität und Vertrauen in transnationalen Beziehungen" - aus drei unterschiedlichen Perspektiven erörtert.

„Wie lassen sich Vertrauen und Freundschaften aufbauen?" war die Kernfrage des ersten Tages. Der holländische Astronaut André Kuipers, Mitglied der russischen Sojus-Mission zur Internationalen Raumstation im Jahr 2004, veranschaulichte seinen Vortrag über seine Erfahrungen in einem internationalen Team mit atemberaubenden Dias. Wesentlich sei es, so Kuipers, sich mit Sprache und Kultur seiner Teamkollegen vertraut zu machen. Die Arbeit an einem gemeinsamen Ziel sei ebenfalls der Vertrauensbildung förderlich.

Gemeinsamen Zielen war dann auch der restliche Tag gewidmet: Die Teilnehmer wurden in fünf Teams aufgeteilt und aufgefordert eine Reihe von teambildenden Outdoor-Aktivitäten zu meistern, die sich um die Themen Identität und Vertrauen drehten. Das anschließende Barbecue in einer alten Zuckerfabrik eignete sich hervorragend zur Intensivierung der geknüpften Kontakte.

Der nächste Tag war dem Themenkomplex „Identität und Vertrauen in der Politik - Ist Identität der Vertrauensbildung hilfreich?" gewidmet. Die hawaiianische Kahuna Sabra Kauka führte die Teilnehmer in traditionelle hawaiianische Konfliktlösungsmethoden ein. Jürgen Chrobog, Staatssekretär im deutschen Außenministerium, merkte an, dass es zum gegenseitigen Vertrauensaufbau unerlässlich sei, seinen Verhandlungspartner und dessen Standpunkt zu kennen. Jegliche verdeckte Agenda würde das Vertrauen untergraben. Im Rückblick auf viele Jahre im internationalen diplomatischen Dienst erzählte er zur Veranschaulichung seiner These, wie er die Freilassung von zweiunddreißig Touristen in Mali erwirkte, die von algerischen Extremisten als Geiseln genommen worden waren.

Nach einer lebhaften Diskussion zur Frage des Vertrauensaufbaus in der internationalen Politik waren die Teilnehmer gefordert, ihre interkulturellen Fähigkeiten bei einem Rollenspiel zu üben. Es galt, spezifische Verhaltensregeln zu dekodieren. Aber selbst dann blieben individuelle und kulturelle Differenzen bestehen und führten zu Verwirrung und Meinungsverschiedenheiten. Am Abend, an dem der US-amerikanische Kongressabgeordnete Ed Case die Teilnehmer zu einem traditionellen hawaiianischen Luau mitsamt Hula-Darbietung einlud, traten die kulturellen Unterschiede aber in den Hintergrund.

Am letzten Konferenztag drehten sich die Diskussionen um die Frage, wie Firmen das Vertrauen neuer Geschäftspartner, Kunden und Mitarbeiter gewinnen könnten und ob es dabei kulturell verschiedene Ansätze gäbe. Nach Aussage von Stan Shih, Gründer von Acer Computers, ist die Wirtschaftskultur universal, weil alle Unternehmen danach trachteten, ihre Ziele und Mission mittels Kooperation zu erreichen. Aber er betonte, dass es auch im Geschäftsleben vor allem auf die zwischenmenschlichen Beziehungen ankomme; diese könnten Vertrauen aufbauen oder zerstören. Unterschiedliche kulturelle Hintergründe erforderten unterschiedliche Kommunikationsmethoden. Versuche man, sich in die Lage seines Gegenübers zu versetzen, wird man dessen Vertrauen gewinnen, so Shih. Die Veranstaltung endete mit einer Breakout-Session, bei der die Teilnehmer in sechs, von Experten moderierten Arbeitsgruppen die Diskussionen zu bestimmten Themen vertieften.









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