Europa in Vielfalt

Die EU als Wegbereiter des neuen globalen Klimaregimes?

27.10.2015, Berlin

Die UN-Klimakonferenz (COP21) in Paris muss ein Erfolg werden – darin sind sich die EU-Mitgliedsstaaten einig. Doch die Pläne sind ehrgeizig. Die EU möchte mit gutem Beispiel gegen die globale Erderwärmung vorangehen und nimmt die Länder mit den höchsten Emissionen in die Pflicht. Es gilt, den Energiemarkt Europas zu vereinheitlichen und Kernziele wie die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien am Energieverbrauch bis 2030 auf 27 Prozent verbindlich umzusetzen. Doch wie sieht die Realität heute aus? Selbst die EU-Staaten verfolgen unterschiedliche Strategien: Polen bezieht seine Energie zu über 80 Prozent aus Kohle, Frankreich zu über 80 Prozent aus der Atomkraft. Deutschland sieht sich als Pionier in Sachen Energiewende, doch noch spielen Atomkraft und Kohle eine große Rolle. Ist Deutschlands Weg der richtige? Und wie kann Europa mit seiner Vielfalt nationaler Energieinteressen künftig mit einer Stimme im globalen Klimadialog sprechen? Denn der Fingerzeig auf Fehlentwicklungen in anderen Industrie- und in den Schwellenländern ist unglaubwürdig, wenn die Frage offen bleibt: Wie können die Herausforderungen im eigenen europäischen Haus gemeistert werden? Der französische Botschafter Philippe Etienne und der polnische Botschafter Jerzy Margański eröffnen den Abend gemeinsam mit Michael Schaefer, Vorsitzender des Vorstands der BMW Stiftung Herbert Quandt. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion diskutieren Experten aller drei Länder aus dem Bereich Umweltpolitik die oben aufgeworfenen Fragen.

Redner

  • Karsten Sach, Leiter Europa und Internationales, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, Berlin
  • Jacek Mizak, Leiter der Abteilung für Nachhaltige Entwicklung, Polnisches Umweltministerium, Warschau
  • Vincent Moron, Klimatologe, Universität Aix-Marseille, Marseille

Weitere Informationen

  • Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung per Mail an malte.wehr(at)bmw-stiftung.de
  • Zeit: 18:15 Uhr
  • Ort: Französische Botschaft in Berlin, Wilhelmstraße 69, 10117 Berlin

Über Europa in Vielfalt vereint

Das Institut français Deutschland und die BMW Stiftung haben gemeinsam die Dialogreihe „Europa in Vielfalt vereint“ initiiert. Ziel ist es, gemeinsam den Dialog über aktuelle und zukünftige Herausforderungen in einem vereinten Europa zu fördern. Neben der deutsch-französischen Partnerschaft, die oftmals als Motor Europas bezeichnet wird, wird auch der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zum östlichen Europa Rechnung getragen. Wechselnde Veranstaltungsorte in den ostdeutschen Bundesländern dokumentieren diese historische und geografische Nähe.