Europa in Vielfalt vereint

Die Sicherheitspolitik in Europa vor neuen Herausforderungen

26.04.2016, Erfurt

Die Europäische Union steht nach den Terror-Anschlägen von Paris und Brüssel vor der großen Herausforderung, in der Sicherheitspolitik gemeinsame Strategien gegen Terrorismus in Europa zu entwickeln. Dazu gehören auch Initiativen zur Ursachenbekämpfung im Rahmen der gemeinsamen Sicherheits- und Verteidigungspolitik, wie die verstärkte Zusammenarbeit mit regionalen Partnern zur Stabilisierung von Konfliktregionen. In diesem Ziel ist die EU sich einig mit der NATO, die möglichen Gefahren aus der vom staatlichen Zerfall bedrohten MENA-Region (Mittlerer Osten und Nordafrika) durch den Einsatz einer neuen schnellen Eingreiftruppe einzudämmen.

Auf dem nächsten NATO-Gipfel in Warschau wird es darum gehen, angesichts unterschiedlicher regionaler Bedrohungen einen Interessenausgleich zwischen den ost- und den südeuropäischen Mitgliedern zu finden. Für die EU gilt es, ihre sicherheitspolitischen Interessen geeint zu vertreten. Besondere Bedeutung kommt dabei den drei Partnern des sog. Weimarer Dreiecks, Polen, Deutschland und Frankreich zu. Denn Europa soll nach dem Wunsch der USA mehr Verantwortung in der Allianz und größere militärische Anstrengungen zur eigenen Verteidigung übernehmen.

Gibt es gemeinsame Interessen, die die EU in ihrem Verhältnis zur NATO in Warschau vertreten wird? Wie positioniert sie sich gegenüber den amerikanischen Forderungen nach stärkerem europäischem Engagement?

Redner

  • Ronja Kempin, Senior Fellow, Forschungsgruppe EU/Europa, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin
  • Adam Kobieracki, Botschafter a.D., ehem. Leiter des Zentrums für Konfliktprävention der OSZE und ehem. Direktor für Sicherheitspolitik im polnischen Außenministerium, Warschau
  • Barbara Kunz, Wissenschaftlerin am Französischen Institut für internationale Beziehungen (ifri), Paris

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Über Europa in Vielfalt vereint

Das Institut français Deutschland und die BMW Stiftung haben gemeinsam die Dialogreihe „Europa in Vielfalt vereint“ initiiert. Ziel ist es, gemeinsam den Dialog über aktuelle und zukünftige Herausforderungen in einem vereinten Europa zu fördern. Neben der deutsch-französischen Partnerschaft, die oftmals als Motor Europas bezeichnet wird, wird auch der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit zum östlichen Europa Rechnung getragen. Wechselnde Veranstaltungsorte in den ostdeutschen Bundesländern dokumentieren diese historische und geografische Nähe.