4th European Young Leaders Forum

Perspektivenwechsel

 

29.09.2016 | Phoebe Gaa | Responsible Leadership

Anfang September kamen 40 ausgewählte Teilnehmer aus ganz Europa und unterschiedlichen Sektoren für das 4th European Young Leaders Forum nach Belgrad. Eine von ihnen war Phoebe Gaa, Journalistin beim ZDF heute journal. Im Rückblick berichtet sie über drei spannende Tage.

Belgrad: zweifelsohne ein guter Ort, um zu beobachten, welche Auswirkungen jahrelange ineffektive Regierungsführung auf eine Stadt und eine Region haben. Aber auch ein perfekter Ort, um zahlreiche Projekte und Menschen kennenzulernen, die all ihre Energie und Kreativität darauf verwenden, Lösungen für die aktuellen Probleme zu finden. Dort hat uns – junge Führungskräfte aus allen Ecken des Kontinents – die BMW Stiftung zu einer dreitägigen Veranstaltung zusammengebracht, die der Erkundung, dem gegenseitigen Austausch und am Ende hoffentlich dem besseren Verständnis dienen sollte.

Belgrad erkunden

„Perspektiven für die Jugend“ war das Thema des Forums, das mit einer Food Tour durch Belgrad seinen Anfang nahm. Eine großartige Gelegenheit, die Stadt und die anderen Teilnehmer kennenzulernen. Aber wer glaubte, es gäbe dafür keinen besseren Weg als gemeinsam serbischen Kaffee zu schlürfen, einen Hochzeitstanz zu lernen oder einen Schluck Rakija zu probieren, wurde beim Eröffnungsempfang eines besseren belehrt. „The Machine to Be Another“ ließ uns in den Körper einer anderen Person schlüpfen. Das klingt seltsam (und es war auch seltsam), aber das Virtual-Reality-Experiment symbolisierte auf recht gute Weise, was wir in den darauffolgenden Tagen tun sollten: uns in andere hineinzuversetzen und einen Perspektivwechsel vorzunehmen.


Der Freitag begann mit einer Podiumsdiskussion: Professor Mihail Arandarenko von der Universität Belgrad referierte Fakten über die serbische Arbeitswelt: vom Fehlen einer Schulpflicht für weiterführende Schulen zu den Auswirkungen der negativen Migrationsbilanz des Landes. Zoja Kukic von der NGO „Startit“ vermittelte auf intelligente und enthusiastische Art und Weise Einblicke in die Chancen, aber auch die vielen Hindernisse, die das Arbeitsumfeld für Belgrads Jugend bereithält. Und Christoph Meineke, Bürgermeister der Gemeinde Wennigsen in Deutschland, informierte über Best-Practice-Beispiele, mit denen Jugendliche in Deutschland auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden.


Der Nachmittag war Ortsterminen gewidmet. Dabei lernten die Teilnehmer vier Projekte und deren Macher kennen. Die von der serbischen Regierung gegründete „Social Inclusion and Poverty Reduction Unit (SIPRU)“ kümmert sich um die Integration benachteiligter Gruppen wie z.B. der Roma in die serbische Gesellschaft. Die gemeinnützige „Belgrade Open School“ versucht so vielen Menschen wie möglich den Zugang zu höherer Bildung zu ermöglichen. „Startit“ stellt von einer herkömmlichen Bibliothek bis zur Hardware der digitalisierten Welt alles zur Verfügung, um die Kapazitäten der Belgrader IT-Startup-Szene zu verbessern. Und “Smart Kolektiv” fördert soziales Unternehmertum und stellte uns drei Projekte vor, die witzigerweise alle von Frauen geleitet werden.

Rauchende Köpfe bei den Impact Sessions

Der formelle Empfang in der Residenz des deutschen Botschafters in Serbien, Axel Dittmann, bot eine weitere einzigartige Gelegenheit, interessante Menschen aus verschiedenen Bereichen und Berufen kennenzulernen. Schade nur, dass niemand auf das Trampolin sprang, das im Garten des Botschafters lockte.

Am Samstag, dem Impact Session Day, ging es mit rauchenden Köpfen und fruchtbaren Diskussionen weiter. Vier Sozialunternehmen präsentierten ihre Ziele und Herausforderungen – und wir taten unser Bestes, um unser Wissen und unsere Erfahrung an sie weiterzugeben. „Refugee Open Ware“, „Impact Hub Skopje“, „Belgrade Fund for Political Excellence“ und „Stiftung Wissen am Werk“: Danke, dass ihr uns diese ehrlichen Einblicke in eure Projekte gewährt habt. Bitte haltet uns auf dem Laufenden, wie es mit euch weitergeht!

Was bleibt nach diesen drei Tagen und einem großen Abschiedsfest auf der Donau? Viele neue Kontakte zu Menschen aus ganz Europa und allen möglichen Bereichen. Inspirationen, die auf Servietten oder in kleine rote Notizbüchlein notiert wurden. Kurzum: ein hervorragender Nährboden für neue Ideen und Taten.