Den politischen Diskurs in Gang bringen

Horst Krumbach gewinnt Deutschen Engagementpreis

 

05.12.2014 | BMW Stiftung | Social Entrepreneurship

Für seine Generationsbrücke Deutschland wurde Horst Krumbach bereits mehrfach ausgezeichnet, doch der Deutsche Engagementpreis – am 5. Dezember von Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) in Berlin überreicht – ist für den Responsible Leader der BMW Stiftung eine ganz besondere Würdigung.

Horst Krumbach hat 2012 den BMW Foundation Responsible Leaders Award gewonnen. Auch im kommenden Jahr verleihen wir diesen Preis wieder an herausragende Führungspersönlichkeiten. Kandidaten können sich bis zum 31. Dezember 2014 hier bewerben.

Der Preis in der diesjährigen Schwerpunktkategorie „Miteinander der Generationen“ ist zudem ein großer Ansporn für Horst Krumbach, weiterhin seine Visionen in sozialunternehmerische Taten umzusetzen. Ab sofort im Rahmen der neuen Skalierungsstrategie der Generationsbrücke, bei der verstärkt auf Intensivschulungen für Sozialdienstmitarbeiter und Leitungen von Altenpflegeheimen gesetzt wird, statt wie bislang das Konzept direkt vor Ort zu implementieren. Mit dieser Strategie könnte es gelingen, das erste generationsübergreifende Sozialunternehmen Deutschlands ohne ausufernde Personal- und Finanzaufwendungen dauerhaft auf eigene Beine zu stellen.

Das glaubt nicht nur Horst Krumbach, sondern auch der Beirat der Generationsbrücke. Dort sitzen neben Markus Hipp, dem geschäftsführenden Vorstand der BMW Stiftung, auch vier Responsible Leaders: Rechtsanwalt Edzard A. Schmidt-Jortzig, Journalistin Gudrun Dometeit, Hochschullehrer Holger J. Schmidt und der amerikanische Pro-Bono-Pionier und Buchautor Aaron Hurst.

„Dieses Netzwerk ist für mich eine Art Allheilmittel“, sagt Krumbach. Der gelernte Bankkaufmann und Pflegeheimleiter weiß die Ressourcen seiner Netzwerke strategisch und effizient zu nutzen: „Wenn ich auf eine Veranstaltung oder ein Forum eingeladen bin, studiere ich vorher ganz genau die Teilnehmerliste und weiß dann exakt, wen ich treffen will“, erzählt er. Rund 80 Prozent seines professionellen Umfelds sei durch Vermittlung der BMW Stiftung entstanden.

„Man gibt ihm zwei Visitenkarten und Horst Krumbach macht fünf Kontakte daraus“, sagt Markus Hipp. Durch die BMW Stiftung trifft Krumbach immer wieder die richtigen Leute. Zum Beispiel 2012 die damalige Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), die zur Auftaktfeier der neu gegründeten Generationsbrücke Deutschland – zuvor hieß sie Generationsbrücke Aachen – ins Berliner Büro der BMW Stiftung kommt. Das Ministerium stellt Gelder aus dem Programm „Europäisches Jahr für aktives Altern und Solidarität zwischen den Generationen“ für das Wachstum der Initiative zur Verfügung.

Der Deutsche Engagementpreis – verliehen von Schröders Nachfolgerin Manuela Schwesig (SPD) – ist ein weiterer Beweis für die Anerkennung und Wertschätzung auf höchster politischer Ebene. Und genau deshalb ist dieser Preis für Horst Krumbach eine ganz besondere Würdigung. Denn die strategische Einbindung von Politik ist für ihn essentiell. „Das Wachstum der Generationsbrücke ist nicht Selbstzweck, sondern Mittel zum Zweck für gesellschaftlichen Wandel. Und dieser findet vor allem auch dann statt, wenn man Politiker für etwas begeistert.“

Die Generationsbrücke ist also auf dem richtigen Weg, wenn auch „der Durchbruch zu einer disruptiven und strukturellen sozialen Innovation noch nicht gelungen ist“, wie Beiratsmitglied Markus Hipp einräumt. Soll heißen: Dass pflegebedürftige Menschen und Kinder sich regelmäßig austauschen, voneinander lernen und Spaß miteinander haben, ist in Deutschland bisher eine Ausnahme. Auch wenn die Generationsbrücke bereits in 30 Altenheimen in acht Bundesländern etabliert ist. Der Alltag in der Pflege sieht anders aus – denn insgesamt gibt es in Deutschland 12 000 Altenpflegeheime.

Gesellschaftliche Innovation funktioniert flächendeckend nur über Sektorengrenzen hinweg – diese Barrieren niederzureißen, ist eines der Anliegen der BMW Stiftung. Hipp fordert deshalb eine „weiter wachsende Kultur und Haltung gegenseitiger Wertschätzung, Partnerschaftlichkeit, systematischer Kooperation und Abstimmung vorhandener Organisationen und Ressourcen“. Denn noch gebe es keinen funktionierenden Markt im sozialem Bereich. „Wer das grundsätzlich ändern will, müsste zunächst einen politischen Diskurs dazu in Gang bringen.“

Teil 2 folgt.