Im Interview: Gunther Jancke

UK Chapter kommt ins Rollen

 

30.01.2015 | BMW Stiftung | Responsible Leadership

„Es gibt einen gemeinsamen Spirit, die Welt besser zu verlassen als wir sie vorgefunden haben. Da entsteht viel Energie und Kraft – und auch Freundschaft.“ Gunther Jancke über Glücksmomente und Herausforderungen bei seiner Aufgabe als UK Chapter Head im Responsible Leaders Netzwerk der BMW Stiftung.

Wie groß ist das UK Chapter und aus welchen Branchen und Orten kommen die Responsible Leaders?

Zum UK Chapter gehören rund 60 Responsible Leaders, die sich im Großraum London konzentrieren. Es gibt allerdings auch Mitglieder in Schottland. Von der Zusammensetzung sind wir ein wenig finanzlastig, was am Börsenstandort London liegt. Zu der Gruppe gehören Sozialunternehmer, aber auch klassische Geschäftsleute, der öffentliche Sektor ist vertreten sowie die Wissenschaft. Bislang haben wir uns sechs Mal getroffen, im Schnitt kommen 12 bis 15 Teilnehmer.

Was sind die größten Herausforderungen?

Eine große Herausforderung ist es, Leute wieder zu aktivieren, die zum Beispiel vor zehn Jahren an einer Veranstaltung der BMW Stiftung teilgenommen haben – und danach keine Berührungspunkte mehr hatten. Außerdem ist es nicht leicht, ein funktionierendes Netzwerk in einer Stadt aufzubauen, in der es vor Netzwerken wimmelt. Theoretisch kann man in London jeden Abend woanders Kontakte knüpfen und sich engagieren. Deshalb ist es schwierig, die Leute zu binden. Und drittens: Die Menschen hier wechseln oft ihre Jobs. Deshalb braucht es immer sehr gutes Timing, um sie genau an dem Punkt zu erwischen, wo sie Interesse an einer engeren Vernetzung im Responsible Leaders Netzwerk haben.

Wie Gunther Jancke zum Responsible Leader wurde:

Gunther Jancke gehört seit dem 16th Transatlantic Forum im Jahr 2012 zum Responsible Leaders Netzwerk der BMW Stiftung und ist seit 2014 UK Chapter Head. Er hat in Berlin Gemeinwesenarbeit und in London Politische Geographie studiert. Gunther Jancke ist freiberuflich als Organisationsberater, Coach und Trainer für Führungskräfte und Unternehmer tätig und engagiert sich bei Citizens UK für die Stärkung von Basisdemokratie und Partizipation. Zuvor spielte er eine entscheidende Rolle beim Aufbau des Deutschen Instituts für Community Organizing (DICO). 

Welche Erfahrungen aus Deinem Berufsleben als Coach und Organizer ist bei der Aufgabe als Chapter Head besonders hilfreich?

Ich bringe Führungskräfte aus den verschiedensten Bereichen auf ganz persönlicher Ebene zusammen, nicht so sehr über Themen. Es geht eher um die Fragen: Wer bin ich? Was bewegt mich? Und das Responsible Leaders Netzwerk funktioniert ja auch auf zwischenmenschlicher Ebene. Es geht darum, Leute zu mobilisieren, die sich sonst nicht begegnen würden. Außerdem habe ich Erfahrung darin, Veranstaltungen zu koordinieren.

Was gefällt Dir besonders an der Rolle als Chapter Head?

Mir macht es immer Spaß, Leute zu treffen, die Unternehmergeist versprühen. Menschen, die Dinge anders angehen, große Ambitionen und frische Gedanken haben. Auch die Internationalität ist toll. Im Netzwerk treffen sich Führungspersönlichkeiten mit sehr ähnlichen Werten, Hoffnungen und Visionen. Es gibt einen gemeinsamen Spirit, die Welt besser zu verlassen als wir sie vorgefunden haben. Da entsteht viel Energie und Kraft – und auch Freundschaft.

Wie ist das Feedback aus dem Netzwerk?

Die Leute sind neugierig. Sie wollen wissen, welche Ziele die BMW Stiftung mit der Chapter-Strategie verfolgt – und, ob es sich als Responsible Leader lohnt, Zeit zu investieren. Bislang haben alle Teilnehmer unserer Treffen gesagt, dass sie dieses Netzwerk sehr wertvoll finden. Sie spüren: Da geht was.

Was denn?

Unser Ziel ist es, dass sich die Responsible Leaders gegenseitig inspirieren und gemeinsam Impulse zu setzen – nicht zuletzt innerhalb ihrer eigenen Organisationen und Unternehmen. Es geht darum, kreativ und kollaborativ über Sektorengrenzen hinweg skalierbare Initiativen zu untertsützen. Und natürlich ist es auch Aufgabe der Chapters, alle Mitglieder über die Aktivitäten der BMW Stiftung und des Netzwerkes auf dem Laufenden zu halten.

Was sind die Meilensteine in den kommenden Monaten?

Wir planen wieder vier Treffen an inspirierenden Orten. Und ich hoffe, dass wir in diesem Jahr den ersten Impact Circle in Großbritannien auf die Beine stellen.

Inwiefern profitierst Du persönlich vom Responsible Leaders Netzwerk?

Dieses Netzwerk hat mir die Augen dafür geöffnet, wie man weltweit ohne große Mühe Partner ansprechen kann, um gemeinsame Initiativen zu starten. Letztens habe ich auf Einladung eines Responsible Leaders einen Vortrag in St. Petersburg gehalten, ich war beim Impact Circle in Hamburg mit dabei. Das sind einfach super Erfahrungen – und es ist ein schönes Gefühl, gemeinsam in einem Boot zu sitzen.

Kannst Du das Responsible Leaders Netzwerk in drei Worten beschreiben?

Ein Riese erwacht.

Interview: Maja Heinrich


Kontakt

Guntherjancke(at)gmail.com

0049 163 2912100

0044 790 462 3735