Im Interview: Luiza Serpa

„Wir müssen den Menschen die Stärke unseres Netzwerks zeigen“

 

02.08.2016 | BMW Stiftung | Responsible Leadership

Luiza Serpa und Denise Chaer leiten gemeinsam das neue Chapter des Responsible-Leaders-Netzwerks der BMW Stiftung in Brasilien. Im Interview spricht Luiza über die Herausforderungen, in einem so großen und kulturell vielfältigen Land wie Brasilien ein Netzwerk aufzubauen.

Wie Luiza Serpa zum Responsible Leader wurde

Luiza ist seit dem 2nd Latin American Young Leaders Forum in Rio de Janeiro im März 2015 Mitglied des Responsible-Leaders-Netzwerks der BMW Stiftung. Sie gründete 2014 das Instituto Phi. Die NGO berät und begleitet Einzelpersonen und Unternehmen, die soziale Projekte unterstützen oder in diese investieren wollen.

Wie groß ist das Brasilien-Chapter und woher kommen die Responsible Leaders, sowohl beruflich als auch geografisch gesprochen?

Unser Chapter hat momentan ungefähr 70 Mitglieder, die meisten davon aus Rio de Janeiro und Sao Paolo. Sie sind mehrheitlich in der Wirtschaft tätig, aber wir haben auch viele Mitglieder aus dem NGO-Bereich. Eins unserer Ziele wird es sein, eine größere Sektorenvielfalt ins Netzwerk zu holen. 

Was sind die speziellen Herausforderungen in Brasilien?

Brasilien ist ein sehr großes und vielfältiges Land: Jeder Bundesstaat hat seine eigene Kultur, sodass man die Leute jeweils anders ansprechen muss. In einer Großstadt wie Rio de Janeiro zum Beispiel gibt es viel Geld und hochqualifizierte Menschen. Im Nordosten des Landes hingegen sind die Menschen sehr arm, kaum jemand spricht gut genug Englisch für ein internationales Netzwerk. Aber es ist auch großes Potenzial vorhanden.

Wie lässt sich dieses Potenzial deiner Meinung nach nutzen?

Zuerst einmal müssen wir die richtigen Menschen finden, sie einladen und zusammenbringen. Und wir müssen ihnen erklären, worum es in unserem Netzwerk geht und was es so einzigartig macht. Vielen Menschen erschließt sich der Nutzen nicht auf den ersten Blick. Wir müssen ihnen die Stärke des Netzwerks zeigen und die Möglichkeiten, die es ihnen bietet, voneinander zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

Wie Denise Chaer Responsible Leader wurde

Denise kam ebenfalls 2015 beim 2nd Latin American Young Leaders Forum in Rio de Janeiro zum Responsible-Leaders-Netzwerk. Sie ist Gründerin und Leiterin von Novos Urbanos, einer brasilianischen NGO, die den sektorenübergreifenden Austausch in Brasilien fördert. Sie freut sich auf die Arbeit im Chapter Team, denn sie glaubt, dass "alles, was man gemeinsam tut, in besonderer Weise Klarheit, Schärfe, Objektivität, ein Ziel, und Freude schafft".

Was macht das Netzwerk für Brasilien einzigartig?

Das Konzept und die Herangehensweise, d.h. sektoren- und themenübergreifend zu arbeiten, um eine bessere Zukunft zu gestalten, stellen etwas Neues dar. Viele interessieren sich nur für den Bereich oder das Thema, an dem sie arbeiten, und sehen nicht, was ein sektorenübergreifender Austausch bringen soll. Hier in Brasilien ist es wichtig, das Netzwerk selbst als Marke aufzubauen, sodass man damit mehr verbindet als nur den Namen einer Automarke.

Kommt dir deine berufliche Expertise bei deiner Arbeit als Chapter Head zugute?

Ich habe in der Marketingabteilung von einigen Großunternehmen gearbeitet; das hilft mir, glaube ich, sehr viel, da ich weiß, welche Sprache Investoren und Unternehmen sprechen und ich sie auf Augenhöhe ansprechen kann. Und als Gründerin der NGO Instituto Phi besteht meine Arbeit darin, Leute miteinander zu vernetzen. Ich kenne eine Menge Leute und weiß, wie man sie je nach ihren Bedürfnissen zusammenbringt, und genau das braucht es, um ein starkes Netzwerk aufzubauen.

Beschreibe das Responsible-Leaders-Netzwerk der BMW Stiftung in drei Worten!

Veränderungen, Verbindungen, Informationen.