Münchner Sicherheitskonferenz – Globaler Dialog

Den Reformstau in Europas Nachbarschaft beenden

17.02.2017, München

Europa ist umgeben von instabilen Nachbarn: Der Ukraine-Konflikt, die autoritären Entwicklungen in der Türkei sowie die extreme Korruption und zunehmende Freiheitsbeschränkung in den Staaten des westlichen Balkan sind Beweis für einen beunruhigenden Trend an Europas Grenzen. Während die EU sich gegen ihre Fragmentierung stemmt, rücken die Beitrittsperspektiven für die Länder Südosteuropas in immer weitere Ferne und verschärfen dort Braindrain, politische Apathie und Reformstau. Es überrascht daher nicht, dass die Zustimmung zur EU in diesen Ländern drastisch sinkt. Mächte wie China, Russland oder Saudi-Arabien (letztere in mehrheitlich muslimischen Gesellschaften wie Bosnien und Herzegowina) besetzen das wachsende politische Vakuum in Südosteuropa und stellen eine potenzielle Gefährdung europäischer Sicherheitsinteressen dar. Ein Rückzug der Vereinigten Staaten aus Europa würde das noch deutlicher machen.

Gleichzeitig gilt die EU in den Augen der lokalen Zivilgesellschaften, die in Sachen Rechtsstaatlichkeit und Bürgerrechte mehr Druck auf ihre Regierungen machen wollen, nach wie vor als Haupttreiber für Reformen und Demokratie. Wie kann Europa mehr Verantwortung übernehmen und seinen Nachbarn bei der Stabilisierung ihrer Gesellschaften helfen? Was können wir von den Reformen in Georgien lernen, und wie könnten sich diese Lektionen auf die Ukraine und andere Länder anwenden lassen? Sollen die Balkanländer angesichts der offenkundigen Zurückhaltung der EU, die Beitrittsprozesse mit Südosteuropa voranzutreiben, weiterhin auf die EU warten oder vielmehr eigene Reformansätze mit sichtbaren Resultaten für ihre Bürger entwickeln? 

Weitere Informationen

  • Registrierung: nur auf Einladung.
  • 12.30 Uhr Empfang, 13.00 Uhr Globaler Dialog
  • Ort: Hotel Bayerischer Hof, Promenadeplatz 2-6, 80333 München

Die Konferenzsprache ist Englisch.