BMW Foundation Responsible Leaders Awards 2016

Creating Impact

Ein Responsible Leader ist für uns ein mutiger Vordenker und Multiplikator, der neugierig nach Antworten sucht und dabei sektoren- und disziplinübergreifend arbeitet.

Die Responsible Leaders Awards der BMW Stiftung ehren eben jene Responsible Leaders, die sich beruflich oder privat für das Gemeinwohl einsetzen und dafür beispielhafte Organisationen initiieren und leiten. Ausgezeichnet werden dabei sowohl das persönliche Engagement als auch der positive Einfluss der Organisation auf die Gesellschaft.

Die BMW Stiftung begleitet die ausgezeichneten Organisationen durch ihre Formate, ihr Netzwerk und ihre Partner längerfristig.

Die Awards wurden während unseres 5th World Responsible Leaders Forum am 20. Mai 2016 in München verliehen.

Hier die Videos der beiden Preisträger:



 

Dr. Michael Schaefer

Dr. Michael Schaefer

Dr. Michael Schaefer

Dr. Michael Schaefer studierte Rechtswissenschaften in München, Genf und Heidelberg. Sein Zweites Juristisches Staatsexamen legte er 1978 in Heidelberg ab. Im selben Jahr trat er in den Auswärtigen Dienst ein. Auf Stationen bei den Vereinten Nationen in New York von 1981 bis 1984, folgten weitere Auslandsaufenthalte als Ständiger Vertreter in der Botschaft Singapur und als Leiter der politischen Abteilung in der Ständigen Vertretung in Genf. Von 2002 bis 2007 war er Politischer Direktor des Auswärtigen Amts, bevor er als Botschafter in die Volksrepublik China wechselte. Dieses Amt hatte er bis Juni 2013 inne. Seit dem 1. Juli 2013 ist Dr. Michael Schaefer Vorsitzender des Vorstands der BMW Stiftung Herbert Quandt.



Stefan Quandt

Stefan Quandt

Stefan Quandt

Stefan Quandt ist Wirtschaftsingenieur und Mitglied des Aufsichtsrats der BMW AG sowie seit 1998 Mitglied des Kuratoriums der BMW Stiftung Herbert Quandt. 1993 schloss er sein Diplom-Studium des Wirtschaftsingenieurwesens an der Technischen Universität Karlsruhe ab. Nach einer Station bei der Boston Consulting Group arbeitete er im Bereich Betriebskostenrechnung und Unternehmensbuchführung bei der Datacard Corporation in Minneapolis und danach als Marketingmanager bei Datacard Asia Pacific Ltd. in Hongkong. Seit 1996 ist Stefan Quandt als Unternehmer tätig. Er ist außerdem seit 1997 Mitglied des Aufsichtsrats der BMW AG. Darüber hinaus hält er Aufsichtsratsposten in verschiedenen Firmen in Familienbesitz, darunter den Vorsitz des Aufsichtsrats von Delton AG, Bad Homburg und ist Vorstandsmitglied der Datacard Corporation, Minneapolis.



Carl-August Graf von Kospoth

Carl-August Graf von Kospoth

Carl-August Graf von Kospoth

Carl-August Graf von Kospoth, seit März 2016 Vorstand der BMW Stiftung Herbert Quandt, studierte Wirtschaftsingenieurwissenschaften in München. Von 1994 bis 2009 war er bei der BMW Group in verschiedenen Führungsfunktionen tätig, u.a. als Forschungsbeauftragter der BMW AG, Assistent des Generalsekretärs von Eucar in Brüssel, Leiter des Vorentwicklungsprojekts Erdgas- und Wasserstoff-Fahrzeuge, Leiter des Projektmanagements im Projekt CleanEnergy und Referent Innovations- und Technologiestrategie im Bereich Produktplanung. Von März 2009 bis März 2016 war er Vorstand der Eberhard von Kuenheim Stiftung der BMW AG.



Andy Goldstein

Andy Goldstein

Andy Goldstein

Andy Goldstein hat die Deloitte Digital GmbH mitgegründet, die Digitalunternehmen aus dem Fortune-500-Index berät. Dort ist er auch Geschäftsführer. 2003 verkaufte Andy Goldstein sein europaweit tätiges Softwareunternehmen an Avanquest Software SA. Bei Avanquest hielt er bis 2009 die Funktionen Chief Operating Officer Europe, und bis 2014 Mitglied des Aufsichtsrats sowie Mitglied des Merger and Acquisitions Committee. Als Geschäftsführer des LMU Entrepreneurship Center fördert er Unternehmertum in Deutschland und ist verantwortlich für das Lehrprogramm im Bereich Entrepreneurship. Er ist Geschäftsführer der German Entrepreneurship GmbH und im Aufsichtsrat mehrerer Europäischer Technologiefirmen. Weitere Lehraufträge hat Andy Goldstein momentan an der Hochschule für Film und Fernsehen in München und an der EM Lyon Business School in Frankreich.



Dr. Helga Breuninger

Dr. Helga Breuninger

Dr. Helga Breuninger

Helga Breuninger ist Vorsitzende der Geschäftsleitung der Breuninger Stiftung sowie Gründerin und geschäftsführende Teilhaberin von Helga Breuninger Consulting. Die promovierte Psychologin verfügt über besonderes Fachwissen in den Gebieten Lernbehinderungen und Erbfolge bei Familienunternehmen. Frau Breuninger bekleidet zudem mehrere Ehrenämter bei Non-Profit-Organisationen in den Bereichen Kultur und Gesundheit. Unter anderem ist sie Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Stuttgart. 



Dr. Frannie Léautier

Dr. Frannie Léautier

Dr. Frannie Léautier

Frannie Léautier ist geschäftsführende Gesellschafterin von Mkoba Private Equity, einem Fonds zur Finanzierung kleiner und mittlerer Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen und den technologischen Wandel in Afrika in Richtung Nachhaltigkeit vorantreiben. Im Laufe ihrer reichhaltigen Laufbahn im privaten Sektor und in der internationalen Entwicklung fungierte sie u.a. als Vizepräsidentin der Weltbank, Stabschefin des Präsidenten der Weltbank und Geschäftsführerin der African Capacity Building Foundation (ACBF). Sie ist Gründerin der Risikomanagementfirma The Fezembat Group und Vorstandsmitglied des UONGOZI-Instituts zur Förderung von Führungsverantwortung und nachhaltiger Entwicklung in Tansania, Beiratsmitglied von MIT Open Course Ware und MIT Corporation Visiting Committees, sowie Aufsichtsratsmitglied des African Economic Research Consortium (AERC) und Mitglied der Haiti Task Force der Qatar Foundation. Dr. Léautier promovierte am MIT und ist Absolventin des Executive Program der Universität Harvard. Sie zählt zu den 100 einflussreichsten Menschen in Afrika und trägt den Titel Nkosuohemaa – Königin der Entwicklung.



Chris Fowler

Chris Fowler

Chris Fowler

Chris Fowler ist Vice-President der Online-Agentur Creative Science Labs in Washington D.C. und dort für die Geschäftsentwicklung und digitale Strategie verantwortlich. Chris ist ein geborener Geschichtenerzähler und kreativer Problemlöser. Er wuchs in der Nähe der Universität von Syracuse im US-amerikanischen Bundesstaat New York auf, wo er auch seinen MBA erwarb. Chris hat über fünfzehn Jahre Erfahrung mit professionellen Dienstleistungen in der Kreativbranche; seit fast zehn Jahren ist er im Bereich Online-Marketing und strategische Kommunikation, u.a. für Kreativagenturen, Start-ups, Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen, tätig. Chris ist Beiratsvorsitzender des New American Leaders Project, der einzigen landesweiten, parteiübergreifenden Organisation, welche die erste und zweite Einwanderergeneration in den USA bei der Vorbereitung auf ein öffentliches Amt unterstützt und damit deren Unterrepräsentanz in politischen Führungspositionen abbauen hilft. Chris ist darüber hinaus U.S. Chapter Head des Responsible-Leaders-Netzwerks der BMW Stiftung.



Shahira Amin

Shahira Amin

Shahira Amin

Union of Women Journalists

Verhaftungen, Verleumdungskampagnen, erzwungenes Verschwinden und sexuelle Gewalt – die Arbeit für Journalisten in Ägypten ist nicht leicht, ganz besonders wenn sie Frauen sind. Die Union of Women Journalists ist ein Fördernetzwerk, das Journalistinnen moralische Unterstützung und praktische Trainings anbietet, um den oft harten Berufsalltag zu bewältigen. Es umfasst derzeit gut 1000 Mitglieder, die im Fernsehen oder Rundfunk, bei Print- und Online-Medien arbeiten.

Die Ägypterin Shahira Amin bringt dabei ihre reichhaltige Expertise und Erfahrung in der Medienbranche in das Netzwerk ein: Als freiberufliche Journalistin arbeitet sie vor allem für die CNN-Sendereihe “Inside Africa” und CNN.com. Darüber hinaus schreibt sie für Index on Censorship, ein Portal zur freien Meinungsäußerung. Die frühere stellvertretende Leiterin von Nile TV, dem englischsprachigen Kanal des ägyptischen Staatsfernsehens, kündigte auf dem Höhepunkt der Unruhen in Ägypten ihren Job. Shahira drückte damit sehr medienwirksam ihren Protest gegen die staatliche TV-Berichterstattung über die Entwicklungen in ihrem Land aus.

Durch das Mentorenprogramm des Netzwerks stehen erfahrene Journalistinnen wie Shahira jungen Nachwuchsjournalistinnen mit Rat und Tat zur Seite. Bei der Jobsuche, vor allem aber beim Umgang mit Problemen am Arbeitsplatz wie sexueller Belästigung oder Verleumdungskampagnen. Das Netzwerk organisiert darüber hinaus Workshops für Frauen und Männer zu Fragen journalistischer Ethik und Schutz bei gefährlichen Einsätzen.

Die Initiative mit Sitz im Zentrum Kairos möchte schon bald landesweit skalieren. Sie will vor allem angehende Journalistinnen in der Provinz erreichen, denen es oft nicht erlaubt ist, in die Hauptstadt zu reisen. Die Union sucht darüber hinaus die Zusammenarbeit mit Universitäten, um so Studentinnen die Möglichkeit zu geben, Praxiserfahrung zu sammeln. Die Existenz des Fördernetzwerks soll mehr Frauen ermutigen, als Journalistinnen zu arbeiten.

www.facebook.com/mediawomenegypt



Gonzalo Muñoz

Gonzalo Muñoz

Gonzalo Muñoz

Triciclos

Nicht nur in Lateinamerika gehören offene Mülldeponien zum Alltagsbild. Dies liegt oft am fehlenden Bewusstsein der Menschen. Vor allem aber an fehlenden Möglichkeiten, Müll zu recyceln und so dem System wieder zuzuführen – im Sinne einer circular economy. Mit seinem Unternehmen Triciclos bietet Gonzalo Muñoz eine effiziente Möglichkeit, Müll auch dort wiederzuverwerten, wo ein offizielles Recycling-System noch fehlt.

An attraktiv gestalteten Sammelstellen in Brasilien, Chile, Peru, Kolumbien und Argentinien können Bürger bis zu 90 Prozent ihres Hausmülls recyceln und Unternehmen ebenfalls ihre Abfälle wiederverwerten lassen. Die Sammelstellen managen Menschen, die früher Müll auf den Straßen gesammelt haben – unter gefährlichen und extrem unhygienischen Bedingungen. Gonzalo gibt ihnen einen Job und die Chance, ihr enormes Wissen über Rohmaterialien und Recycling an andere weiterzugeben.

Nach vielen Stationen in klassischen Unternehmen und unschönen Erfahrungen mit gigantischen Produktionsabfällen verfolgt der gebürtige Chilene mit Triciclos nun einen ganzheitlichen Ansatz, der in Lateinamerika seinesgleichen sucht. Gonzalo will seine Idee von Nachhaltigkeit, Umweltschutz und aktivem Bürgersinn global skalieren – mit dem Ziel, integrierte „Zero-waste“-Modelle zu entwickeln und das Wissen über Recycling auch bei der industriellen Produktentwicklung einzubringen.

Die Chancen für einen Wandel stehen gut. Triciclos, das erste zertifizierte B-Corp-Unternehmen in Südamerika, arbeitet mit allen beteiligten Akteuren zusammen: Herstellern, Konsumenten, Politik und Verwaltung. Und das Unternehmen will sich an handfesten Zahlen messen lassen: Triciclos evaluiert nicht nur regelmäßig die Zufriedenheit der Mitarbeiter, sondern misst auch monatlich die ökologische Wirkung. Dies geschieht, indem die Tonnen an recyceltem Material mit den Rohstoffmengen verrechnet werden, die ohne Wiederverwertung verbraucht worden wären. Dank Triciclos werden so Bäume gerettet, Wasser- und Rohöl-Vorräte geschont und der CO2-Verbrauch reduziert.

www.triciclos.cl



Verengai Mabika

Verengai Mabika

Verengai Mabika

Green Innovations Hub

Der Green Innovations Hub ist eine Initiative des Development Reality Institute (DRI) in Kooperation mit Unicef, die sich für nachhaltige Ressourcennutzung und Resilienz im Hinblick auf den Klimawandel einsetzt. Zudem steht das Thema Jugendarbeitslosigkeit im Fokus, denn die nächsten Generationen sind von den Folgen der Erderwärmung am stärksten betroffen.

Verengai Mabika, der Direktor des DRI, geht diese Herausforderungen ganzheitlich an: Zu den Aktivitäten des Instituts gehört unter anderem eine virtuelle Schule zum Thema Klimawandel. Diese E-Learning-Plattform existiert bereits in über 32 afrikanischen Ländern und bildet jährlich mehr als 3.000 Menschen aus.

Zudem bietet das Green Innovations Hub als Katalysator des DRI jungen Unternehmern, die sich dem Kampf gegen die Folgen des Klimawandels verschrieben haben, eine Anschubfinanzierung. Mit dem Geld entwickeln Sozialunternehmer praktikable und skalierbare Lösungen, die zudem neue Arbeitsplätze schaffen. Die Fördergelder des Hubs werden im Rahmen eines jährlichen Wettbewerbs vergeben, der sich an Jugendliche und junge Menschen in Simbabwe richtet.

Durch die Fördersummen von bis zu 5.000 USD wurden bisher Projekte in den Bereichen Erneuerbare Energien, Smart Agriculture und technologiebasierte Wissensvermittlung unterstützt. Langfristig sollen durch die Arbeit des Green Innovations Hub und des DRI auch die rechtlichen Rahmenbedingungen verändert werden, um die Anpassung an den Klimawandel in Simbabwe besser zu ermöglichen und die innovativen Ideen junger Menschen in diesen Prozess miteinzubeziehen.

www.driafrica.org/



Dr. Tomicah Tillemann

Dr. Tomicah Tillemann

Dr. Tomicah Tillemann

Bretton Woods II

Bretton Woods II will einen Teil des ca. 25 Billionen US-Dollar umfassenden Vermögens von langfristigen Großanlegern für Impact-Investments bereitstellen und eine neue Anlageklasse schaffen. Das Argument: Gezielte Investitionen mit sozialer Wirkung erzielen nicht nur konkurrenzfähige Renditen, sie sind auch weniger anfällig für langfristige Risiken. Tomicah Tillemann ist Gründungsdirektor der Initiative, an deren Entwicklung er seit drei Jahren arbeit. Grundlage dafür war seine Tätigkeit als leitender Berater von Hillary Clinton und John Kerry im US-amerikanischen Außenministerium.

Im April 2015 stellten die Chefs der führenden Entwicklungshilfeorganisationen der Welt alarmiert fest, dass zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs) ein Kapitalvolumen erforderlich sein würde, das weit über die Mittel der herkömmlichen Entwicklungshilfe und Philanthropie hinausgeht. Bretton Wood II hat es sich zur Aufgabe gemacht, ein Prozent der weltweit 25 Billionen US-Dollar umfassenden langfristigen Vermögensanlagen in den Dienst von Entwicklung, sozialer Wirkung und Good Governance zu stellen.

Die Initiative stützt sich dabei auf die Talente und Ressourcen von McKinsey & Co., der Weltbank, der Universität Yale, der Wharton School an der University of Pennsylvania sowie spezialisierten Beratungsfirmen wie z.B. Northfield und LeapYear, deren Analysen dann in die Impact-Investment-Entscheidungen der privaten Großanleger einfließen. Die Bill & Melinda Gates Foundation ist Hauptförderer der Bretton Woods II-Initiative.

Bretton Woods II will die Rahmenbedingungen für Impact Investments neu abstecken und ihre Wirksamkeit belegen. Die Frage für private Großanleger lautet dann nicht mehr, ob sie es sich leisten können, in soziale Wirkung zu investieren, sondern ob sie es sich leisten können, es nicht zu tun.

www.newamerica.org/bretton-woods-ii/




Andrea Armeni

Andrea Armeni

Andrea Armeni

Transform Finance

Kapital als Instrument für sozialen Wandel? Andrea Armeni glaubt fest daran und will mit Transform Finance die Investment-Welt umkrempeln. Impact Investing wird oft als Allheilmittel gegen soziale Probleme beschworen. Doch in den Augen des Finanzexperten Andrea haben Impact-Investing-Projekte nicht immer dazu beigetragen, dass wirklich diejenigen profitieren, die Hilfe am meisten benötigen.

Transform Finance will dies ändern: Die Organisation baut ein weltweites Investorennetzwerk auf, das bis heute bereits über 850 Millionen Dollar bereitgestellt hat. Andrea sucht dabei ganz direkten Kontakt zu Investoren und den Menschen und Organisationen, in die sie investieren. Auf diese Art sollen Investoren zu Anwälten für soziale Gerechtigkeit werden. Gleichzeitig unterstützt Transform Finance Sozialunternehmer nicht nur dabei, ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln, sondern auch gezielt ihre Bedürfnisse an die Investoren zu formulieren.

Gemeinsam mit Sozialunternehmern entwickelt die Organisation Kennzahlen und Messinstrumente, die die Wirkung der Investments aus Empfängersicht bewerten. So gibt Transform Finance die Deutungshoheit über Erfolg und Misserfolg einer Investition denjenigen Menschen an die Hand, deren Lebensrealität sich aktiv verbessern soll.

Andrea setzt auch auf transsektorale Zusammenarbeit und baut Brücken zwischen den Welten: Die NGO ist Mitglied der Clinton Global Initiative and hat sowohl mit der US-Regierung als auch Aktivisten an der Basis zusammengearbeitet.

www.transformfinance.org



Andreas Nørlem

Andreas Nørlem

Andreas Nørlem

Educat

Educat ist ein Sozialunternehmen, das Unternehmer und kleine und mittelständische Betriebe in Ruanda dabei unterstützt, durch wirtschaftliche Entwicklung und neue Arbeitsplätze für spürbaren positiven Wandel zu sorgen. Eine der größten Herausforderungen im südlichen Afrika ist die Jugendarbeitslosigkeit, die sich auch auf eine Vielzahl anderer Bereiche auswirkt – von Fragen der Staatenbildung über die Bekämpfung des Klimawandels bis hin zu Fortschritten bei den Menschenrechten, Frieden und Stabilität.

Als CEO und Gründer von Educat ist Andreas Norlem für die Entwicklung und Umsetzung der Strategie und Vision des Unternehmens zuständig. Seine Grundidee: Unternehmertum und Führungsverantwortung zu fördern und somit die Armut zu bekämpfen. Indem er junge Menschen und Meinungsführer zu Risikobereitschaft und kreativem Denken ermutigt, unterstützt er sie bei der Entwicklung neuer und innovativer unternehmerischer Lösungen, die sich positiv auf ihr jeweiliges Umfeld auswirken – und damit auch nachhaltig zum Aufbau eines funktionsfähigen Staates und eines florierenden privaten Sektors beitragen.

Durch die Verbindung von gewinnorientierten und gemeinnützigen Ansätzen kann das Sozialunternehmen großen Firmen und Einrichtungen gewerbsmäßig qualitativ hochwertige Dienstleistungen anbieten und bei seiner Arbeit den mit Jungunternehmern dann wiederum auf diese Expertise und Ressourcen zurückgreifen.

Ein weiterer Schwerpunkt der NGO liegt darin, sich für die Rechte von Arbeitern und gegenseitigen Respekt am Arbeitsplatz einzusetzen. Zu diesem Zweck veröffentlicht sie ein vierteljährliches Wirtschaftsmagazin, The Accelerator Magazine. Es wird in einer Auflage von 5000 Stück in ganz Ruanda und in Partnerschaft mit dem ruandischen Außenministerium in allen 31 ruandischen Botschaften und Hochkommissariaten und an ausgewählten Orten in Uganda und Kenia verteilt.

http://www.educat.dk/n/



Tarek Alsaleh

Tarek Alsaleh

Tarek Alsaleh

Capoeira4Refugees

Tarek Alsaleh ist ein Brückenbauer, wie er im Buche steht. 2007 kam er zunächst als Geschäftsmann nach Syrien. Im Gepäck: Seine Leidenschaft für Capoeira, die er auch auf den Straßen von Damaskus auslebte.

Nach vier Jahren Bürgerkrieg liegt Syrien am Boden. Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht, viele von ihnen sind in den jordanischen Flüchtlingslagern Al-Azraq und Zaatari gestrandet. Unter anderem dort leitet Tarek Alsaleh heute die Organisation Capoeira4Refugees. Er will Kinder und Jugendliche mit seinen Capoeira-Kursen vor Radikalisierung und Gewalt schützen. Sein Angebot trifft einen Nerv. Junge Menschen unterschiedlicher Herkunft, die vorher kein Wort miteinander sprachen, tanzen plötzlich gemeinsam zur rhythmischen Capoeira-Musik und können die Schrecken ihres Alltags für einige Stunden vergessen.

Bereits heute organisiert Capoeira4Refugees Kurse für über 10.000 Kinder in Palästina, Syrien und Jordanien. In den kommenden 5 Jahren will Tarek mit Capoeira4Refugees tausende weitere Kinder in vor allem benachteiligten Gesellschaften in über 100 Ländern erreichen.

www.bidnacapoeira.org



Eirliani Abdul Rahman

Eirliani Abdul Rahman

Eirliani Abdul Rahman

National Campaign on Child Sexual Abuse

2014 wurden in Indien 6816 Fälle von Kindsmissbrauch gemeldet, 555 kamen davon überhaupt vor Gericht. 2013 wurden über 34000 Fälle von Kinderhandel bekannt. Jedoch schafften es in Neu-Dehli, der inoffiziellen Hochburg des Kinderhandels, gerade einmal 20 Fälle vor Gericht.

Die Zahlen zeigen deutlich, wo das Problem liegt. Indien hat nicht nur ein offensichtliches Problem mit Kindesmissbrauch. Indien schafft es außerdem nicht, missbrauchten Kindern Zugang zu den notwendigen Rechtsmitteln zu ermöglichen.

Trotzdem sagt Eirliani Abdul Rahman: „Ich glaube an Indien." Ihre Kampagne, die sie während ihres einjährigen Sabbaticals auf die Beine stellen will, hat deswegen viele Adressaten: Zuvorderst will sie natürlich so viele Kinder wie möglich erreichen, die von sexueller Gewalt betroffen sind. Sie sollen ihre Rechte kennen sowie Mittel und Wege, um sich zu wehren. Deswegen stehen Zivilgesellschaft und Regierungsvertreter ebenfalls auf Eirlianis Agenda, denn momentan fehlt es in Indien gänzlich an einer sektorenübergreifenden Zusammenarbeit.

Am Runden Tisch versammelt Eirliani Abdul Rahman alle relevanten Interessenvertreter. Gemeinsam entwerfen sie ein rechtliches Rahmenwerk, das gezielte Maßnahmen trifft, um Kindesmissbrauch zu verhindern, um ihn zu ahnden – aber auch um Kindern und ihren Familien ein Bewusstsein für ihre Rechte zu vermitteln. Eirliani arbeitet mit der Initiative des indischen Nobelpreisträgers Kailash Satyarthi, Save The Childhood, zusammen.



Ulrike Karbjinski und Daniel Kerber

Ulrike Karbjinski und Daniel Kerber

Ulrike Karbjinski und Daniel Kerber

Morethanshelters

Mehr als 52 Millionen Menschen leben derzeit in Flüchtlingslagern – und das durchschnittlich länger als 20 Jahre. Die provisorisch errichteten Zelte lassen dabei nur wenig Raum für die kulturellen und religiösen Bedürfnisse ihrer Bewohner.  Hier setzt das Hamburger Sozialunternehmen morethanshelters an. Es hat das Zeltmodul Domo entwickelt, das sich flexibel zusammensetzen lässt und so Gestaltungsmöglichkeiten für persönliche Bedürfnisse schafft. Gleichzeitig ist es robuster und haltbarer als etwa Flüchtlingszelte der Uno.

Pilotprojekte gibt es bereits in Flüchtlingslagern in Jordanien und Palästina, den nächsten Einsatzort ebenfalls: Morethanshelters verwandelt die Domo-Zelte in temporäre Schulen für Kinder in Bergdörfern in Nepal, die von dem schweren Erdbeben erschüttert wurden.

Doch neue Zelte allein reichen nicht aus. Das Sozialunternehmen morethanshelters will mit den Einnahmen Gestaltungsräume für die Menschen in Flüchtlingslagern schaffen. Projekte wie Urban Farming, Recycling-Initiativen und Bildungsstätten sollen bei den Bewohnern ein Gefühl der Teilhabe an ihrem Lebensraum geben. Denn vor allem das macht ein würdevolles Leben aus.

www.morethanshelters.org



Serra Titiz

Serra Titiz

Serra Titiz

The Future Is Brighter Youth Platform

Wie es sich anfühlt, nicht genau zu wissen, wer man eigentlich ist und welcher Beruf am besten passt, das weiß Serra Titiz ziemlich genau. Auch wenn sie eine privilegierte Kindheit als Tochter erfolgreicher Textilunternehmer in Istanbul hat und nach ihrem Studium einige Jahre den Betrieb der Eltern führt. Doch ihre  Berufung ist eine andere: Serra Titiz will als Sozialunternehmerin die türkische Gesellschaft von innen verändern und gründet dazu die Online-Plattform „The Future Is Brighter“. Sie ermutigt Jugendliche, ihren eigenen Weg zu finden. Denn es gibt viele Hindernisse: 18 Prozent Arbeitslosigkeit, ein starres Bildungssystem, fehlende Perspektiven und Vorbilder.

Die Hälfte der 75 Millionen Türken ist unter 30 Jahre alt – ein Großteil hat keine Vision für eine erfüllende Karriere oder nur die Vorstellung einer passenden Ausbildung. Serra Titiz will dieses gesellschaftliche Problem auf breiter Basis mit Hilfe ihrer Initiative „The Future Is Brighter“ lösen. Dort erhalten Jugendliche on- und offline Ratschläge und Hilfestellungen von mehr als 400 erfahrenen Professionals; Coaches geben wertvolle Tipps, Mentoren berichten von ihren Karrierewegen. Und geben der kommenden Generation, was sie am meisten braucht: Hoffnung und Orientierung.

www.gelecekdaha.net



Gonvindraj Ethiraj

Gonvindraj Ethiraj

Gonvindraj Ethiraj

IndiaSpend

Statt die emotional stark aufgeladene Debatte in Indien über gesellschaftliche Veränderungen, Verantwortung und gute Regierungsführung weiter zu befeuern, setzt der erfahrene Journalist Govindraj Ethiraj mit seiner Onlineplattform IndiaSpend auf die Überzeugungskraft harter Zahlen und Fakten. Denn Hysterie gibt es schon genug.

Seine Non-Profit-Initiative gewinnt gerade in Wahlkampfzeiten an Bedeutung. Nicht nur, weil sie im digitalen Zeitalter eine große Breitenwirkung hat. Vielen Indern gibt sie die Chance, sich ganz konkret über die zahlreichen Kandidaten für das Parlament zu informieren. Das aufstrebende Schwellenland kämpft seit langem mit Korruption und Machtmissbrauch, deshalb setzt Ethiraj auf Transparenz und Aufklärung. Zur Zielgruppe gehören vor allem junge Menschen unter 25 Jahren, die über die Hälfte der Bevölkerung in Indien stellen.

Gleichzeitig verschickt IndiaSpend regelmäßig Bulletins an Entscheider und Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft und Medien. Ihre Daten filtern die Journalisten hauptsächlich aus öffentlichen Regierungsquellen und bereiten sie verständlich auf. IndiaSpend verkauft keine Anzeigen, sondern arbeitet spendenbasiert – und geht so mit Blick auf Transparenz und Verantwortung mit gutem Beispiel voran.

www.indiaspend.com



Blair Glencorse

Blair Glencorse

Blair Glencorse

Accountability Lab

Vom Mitarbeiter der Weltbank zum Gründer einer erfolgreichen Graswurzelbewegung in Entwicklungsländern – die Karriere von Blair Glencorse ist keine gewöhnliche. Und sein unternehmerischer Ansatz in der Entwicklungshilfe auch nicht. Die Grundthese: Wer Macht hat, muss Verantwortung übernehmen und sein Handeln transparent begründen können. Vor allem in Ländern, in denen die Menschen ohnehin unter Armut, Hunger und Gewalt leiden. Denn fehlendes Verantwortungsbewusstsein raubt Chancen, zerstört Vertrauen und verfestigt Ungerechtigkeit.

Mit seinem Accountability Lab möchte Blair Glencorse Menschen – egal ob sie lesen und schreiben können – die richtigen Werkzeuge an die Hand geben, um Machthabern auf den Zahn zu fühlen. Werkzeuge wie die Accountability Film School in Liberia, wo junge Leute in Kurzfilmen die Probleme ihrer Gemeinde aufgreifen. Oder das öffentliche Informationsportal Nalibeli in Nepal, wo Menschen unter anderem erfahren, wie sie eine Geburtsurkunde beantragen.

Bewusst setzt das Accountability Lab auf Risiko und Kreativität. Scheitern ist dabei kein Fehler, sondern die Chance, es in Zukunft noch besser zu machen. Und die oft wenig effektiven Anti-Korruptions-Projekte der klassischen Entwicklungshilfe hinter sich zu lassen.

www.accountabilitylab.org



Sayu Bhojwani

Sayu Bhojwani

Sayu Bhojwani

The New American Leaders Project

Von der Graswurzelbewegung direkt in ein politisches Amt – so lässt sich zusammenfassen, was sich Sayu Bhojwani für Menschen mit Migrationshintergrund in Amerika wünscht. Einwanderung beschäftigt sie schon ihr Leben lang: In Indien geboren, gehörte auch sie zu den Neuankömmlingen in den USA. Unter Bürgermeister Michael Bloomberg kümmerte sie sich in New York um Einwanderungsfragen und etablierte die „Immigrant Heritage Week“, die jedes Jahr das kulturelle Erbe von Migranten feiert. Was sie dabei gelernt hat, gibt sie heute an Asiaten, Latinos und Afrikaner weiter: Wie mobilisiert man Menschen? Was macht eine Kampagne wirkungsvoll? Wie kommt man an Spenden? Bhojwanis Trainigsprogramme verwandeln Idealisten in politische Profis. Dass Bhojwani Migranten auf mehr Verantwortung vorbereitet, hat auch mit ihren persönlichen Erfahrungen zu tun: Auch sie fand es zunächst kompliziert, sich in Bildungswesen, Wirtschaft und Politik zurechtzufinden. Sie musste deutlich mehr leisten als ihre Kollegen. Gleichzeitig beobachtet Bhojwani, dass viele Menschen denken, die Veränderung in der Bevölkerung werde automatisch andere Repräsentanten hervorbringen. Ohne Vorbilder bleibt das ein frommer Wunsch. Erst eine neue Generation politischer Amtsträger wird einen solchen Wandel einleiten können.

http://newamericanleaders.org



Timothy Wade

Timothy Wade

Timothy Wade

GreenHeat

Ein wenig hört es sich an, als würde sich ein alter Alchemistentraum erfüllen: Aus Unrat Geld machen. Obwohl, das Geld ist nur ein Punkt unter vielen. Wer wie Timothy Wade in Ghana lebt und arbeitet, wird täglich mit anderen Problemen konfrontiert: erdrückende Armut, mangelndes Umweltbewusstsein, fehlende sanitäre Hygiene, daraus entstehende Krankheiten. Allein 2.3 Millionen Menschen in der Hauptstadt Accra produzieren pro Jahr eine Menge Fäkalien, die 88 Fußballfelder einen Meter hoch füllen würde. Zu wissen, dass diese Brühe ungefiltert ins Meer fließt, tut weh. Erst recht, wenn sich so viel Besseres daraus machen ließe. Für Timothy Wade gibt es keine Abfälle - nur Ressourcen. Er transportiert das in der Landwirtschaft bekannte Prinzip der Nutzung von Abfällen auf den Menschen und gewinnt aus Ausscheidungen erneuerbare Energie, indem er daraus einen Brennstoff herstellt. Das entstehende Granulat verkauft Wade an die Industrie, Zementfabriken etwa oder Kraftwerke. Was die Bevölkerung davon hat? Um den Nachschub an Ressourcen sicherzustellen, werden schrittweise immer mehr Häuser an eine funktionstüchtige Kanalisation angeschlossen, zudem ersetzt erneuerbare Energie fossile Energieträger, die Umwelt wird weniger belastet – und erst recht das Meer

www.waste-enterprisers.com



Clare Pearson

Clare Pearson

Clare Pearson

E3: Equal Education for Everyone

Bildung und ein Schulabschluss für jedes Kind in China – das ist keine Selbstverständlichkeit, wenn man in einer ländlichen Region zur Welt gekommen ist. Clare Pearson setzt sich dafür ein. Wenn sie darüber nachdenkt, wie ihr Vater sie geprägt hat, fallen ihr zwei Dinge ein: ihre Liebe zu China und ihre Abneigung gegenüber Ungerechtigkeit. Dass die Juristin heute in Peking lebt, hat sie auch seinen Erzählungen zu verdanken. Seit ihrer Kindheit in Sambia ist Pearson oft großer Ungleichheit begegnet. Statt sie abstumpfen zu lassen, hat es ihren Blick geschärft – auch für die Bedingungen, die sie in der Volksrepublik beobachtet: Während Ballungsräume und Großstädte ein rasantes Wachstum verzeichnen, hinken ländliche Regionen der Entwicklung hinterher. Deutlich wird das auch im Bildungswesen: Lehrer in den Metropolen können sich modernster Unterrichtsmaterialen bedienen und kleine Klassen von 16 Schülern bestmöglich betreuen. Auf dem Land hingegen drängen bis zu 100 Kinder in die rudimentär ausgestatten Schulräume; mangelhaft ausgebildete Lehrer versuchen, sie auf das Leben vorzubereiten, das sie selbst nur aus der Perspektive der einfachen Bevölkerung kennen. Wer den Kindern hier helfen will, muss bei ihren Lehrern ansetzen. „Was würde mein Vater tun?“, fragte sich Pearson. Er würde eine Brücke bauen. Heute schlägt Pearson diese Brücke, indem sie jährlich 100 Lehrer aus der Provinz in Peking weiterbildet. Diese geben ihr Wissen als Multiplikatoren an ihre Kollegen weiter – zum Wohle aller Kinder.

E3: Equal Education for Everyone



Stephan Augustin

Stephan Augustin

Stephan Augustin

Terracooler

Weltweit leiden mehr als eine Milliarde Menschen aus den unterschiedlichsten Gründen an Hunger. Einer davon ist das Fehlen von geeigneten Kühl- und Konservierungstechniken für Nahrungsmittel und Getreide. In seiner Freizeit hat Stephan Augustin mit dem Terracooler ein Kühlgerät entwickelt, das das Potenzial hat, diese Lücke zu schließen. Der Terracooler ist eine doppelwandige, glockenförmige Tonhaube, die mit Wasser gefüllt wird und durch Verdunstungskälte die Temperatur im Inneren um 25 bis 40 Prozent senken kann. Dadurch wird die Haltbarkeitsdauer der darin aufbewahrten Lebensmittel verlängert, gleichzeitig sind sie vor Schmutz und Tieren geschützt. Damit der Terracooler möglichst günstig und weit verbreitet werden kann, hat Stephan Augustin das Konzept als Donationware allgemein zugänglich gemacht. Da die Herstellungstechnik preiswert ist und Töpfer in aller Welt über das nötige handwerkliche Können verfügen, kann der Terracooler in lokaler Produktion gefertigt und vertrieben werden. Der Terracooler kann aber auch in der industrialisierten Welt sinnvoll eingesetzt werden. Besonders in Stadtwohnungen fehlen heute geeignete Lagermöglichkeiten für Gemüse, Obst, Butter oder Marmelade. In Ermangelung von Alternativen landen all diese Produkte in immer größeren Kühlschränken, worunter ihre Qualität durch zu niedrige Temperaturen nicht selten leidet. Hier und unter unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen bietet der Terracooler eine ökologisch sinnvolle Aufbewahrungsalternative.

www.terracooler.org



Gaurav Mehta

Gaurav Mehta

Gaurav Mehta

Project Dharma (Special Award)

Ein Spaziergang durch Neu-Delhi. Der Weg führt heraus aus den eigenen Büroräumen, durch elegante Geschäftsviertel, weiter, immer weiter, bis der Flaneur sich umblickt. Er ist in einem Slum angekommen. Der Kontrast veranlasst ihn, innezuhalten. So ist es Gaurav Mehta ergangen. Insbesondere das Kind, das ihn nach Geld fragte, ging ihm nicht mehr aus dem Kopf. Ein paar Rupien nur, bitte, damit es sich eine Schuhputz-Ausstattung zulegen und etwas dazuverdienen könne. Weil in Indien die Armut auf dem Land groß ist, machen sich unzählige Menschen auf den Weg in die Städte. Nur um dort festzustellen: Es sind schon Millionen andere da. Wer in Indien in der Landwirtschaft arbeitet, ist durchschnittlich sechs Monate im Jahr arbeitslos. Der Mangel an sauberem Trinkwasser, medizinischer Hilfe und eine unzuverlässige Stromversorgung gehören abseits der Metropolen zum Alltag. Wie also verhilft man entlegenen Dörfern zu einer nachhaltigen Entwicklung, damit die Menschen in ihrer Heimat bleiben können? Indem man das Unternehmertum bei der Jugend fördert, sagte sich Finanzexperte Mehta. Sein Projekt Dharma bringt Hoffnungsträger auf dem Land mit Experten zusammen: Junge Selbstständige werden ermutigt, beraten und unterrichtet. Im Netzwerk entstehen Geschäftsbeziehungen und Vertriebswege – und eine Perspektive für die Provinz.

www.dharma.net.in/gaurav.html



Horst Krumbach

Horst Krumbach

Horst Krumbach

Generationsbrücke Deutschland

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Zusammensetzung der Weltbevölkerung dramatisch verändert: Die durchschnittliche Lebenserwartung ist in den letzten Jahrzehnten gestiegen. Erstmals wird es weltweit in der Geschichte der Menschheit im Jahr 2050 mehr Über-60-Jährige als Kinder geben. Deutschland ist von dieser Entwicklung besonders betroffen. Deshalb sollte sich unsere Gesellschaft deutlich stärker auf die älteren Mitbürger konzentrieren, vor allem auch auf pflegebedürftige Menschen und ihre Bedürfnisse. Die Generationsbrücke Deutschland initiiert, leitet und begleitet regelmäßige Begegnungen zwischen Bewohnern von Altenpflegeeinrichtungen einerseits und Kindergarten-/Schülergruppen andererseits mit dem Ziel, durch die Beschäftigung miteinander die Lebensqualität und –freude aller Beteiligten, vor allem auch Demenzkranker, nachhaltig zu erhöhen und die junge Generation für die Lebenssituation und Bedürfnisse alter und pflegebedürftiger Menschen zu sensibilisieren. Seit 2009 hat Horst Krumbach diesen Ansatz in Aachen erprobt und möchte nun die deutschlandweite Verbreitung der Idee anregen.

www.generationsbruecke-deutschland.de



Alejandro Litovsky

Alejandro Litovsky

Alejandro Litovsky

The Earth Security Initiative

Der Klimawandel und seine Folgen avancieren weltweit mehr und mehr zum Kernthema für Regierungen und Militärs. Nicht nur die Grenzen der ökologischen Belastbarkeit der Erde werden in immer stärkerem Maße erreicht. Auch die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen des Klimawandels resultieren in globalen Unsicherheiten, wie Ernteausfälle, extreme Preisschwankungen bei Rohstoffen, Energiegewinnung und Umweltkatastrophen. Das daraus folgende Sicherheitsproblem ist die Herausforderung, der sich die Earth Security Initiative annehmen möchte. Ziel dieser Initiative ist es, neue, gemeinsame Lösungswege zu etablieren. Dabei soll das kollektive Wissen der Weltgemeinschaft aktiv mit einbezogen werden. Ziel ist das Verfassen einer Weltsicherheitsagenda. Im Zentrum dieser Agenda steht ein Paradigmenwechsel, der unter den Prämissen des Wohlstands und regionaler Kooperation die althergebrachten Sicherheitsmaxime Nationale Souveränität und Verteidigung ablösen soll. Alejandro Litovsky, Politologe und Gründer der Initiative ist der Überzeugung, dass sich die heutigen Sicherheitsbedenken auf Fragen der Kooperation zum Schutze des Planeten konzentrieren sollten. Die World Security Initiative möchte eine neue sektorenübergreifende Debatte über die globale Sicherheit in Zusammenhang mit dem Klimawandel anstoßen. Forschungspapiere, Workshops und ein globales Netzwerk sollen dazu beitragen, in den kommenden drei Jahren die Idee umzusetzen und für das Anliegen der Earth Security Initiative zu werben.

www.earthsecurity.org



Gergana Aneva

Gergana Aneva

Gergana Aneva

Teach me to Fish

Die UN Konventionen zu Kinderrechten schreiben vor, dass Waisenkinder gleiche Aufmerksamkeit und Chancen erhalten sollen wie Kinder, die in ihren Familien aufwachsen. In Bulgarien wird diese Maxime von der Regierung nur unzureichend durchgesetzt. Obwohl genügend Mittel zur Verfügung stehen, gibt es sehr wenige Programme, die eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Waisen im Fokus ihrer Aktivität sehen. Durch ihre langjährige Arbeit im Non-Profit-Sektor und der Jugendarbeit in Bulgarien, ist Gergana Aneva mit dieser Situation sehr vertraut. Im Rahmen der Idee von „Teach Me to Fish“, versucht sie, die Situation von Waisen in Bulgarien zu verbessern. Kernziel ist die Integration von Waisenkindern in ein natürliches soziales Umfeld. Dazu zählt vor allem die Gelegenheit soziale Kontakte aufzubauen und soziale Fähigkeiten mit Hilfe von Workshops zu schulen. Daher fokussiert sich die Arbeit vor allem auf das Zusammenbringen unterschiedlich sozialisierter Kinder. Die 6- bis 16-jährigen Waisen werden vor allem dazu angeregt, viel Zeit mit anderen Kindern zu verbringen, die in Familien aufwachsen. Durch gemeinsam besuchte Kunstworkshops, sollen die Kinder voneinander lernen und ihre sozialen Fähigkeiten aufbauen und festigen. Die 16- bis 18-jährigen Waisen werden auf die anstehenden Berufsausbildungen vorbereitet. Ziel des Projekts ist es, ein Netzwerk von Freiwilligen in ganz Bulgarien aufzubauen.

http://bigstart.info



Amani Eltunsi

Amani Eltunsi

Amani Eltunsi

Girls Only Radio

Amani Eltunsi will vorherrschende Stereotypen über Mädchen und Frauen in Ägypten und anderen arabischen Ländern durchbrechen – junge Frauen heiraten spätestens nach Abschluss des Studiums, Frauen leben nicht allein, gute Ehefrauen lassen sich nicht scheiden – und der neuen Generation junger Frauen eine Stimme verleihen. Aus einem kleinen Studio in Kairo sendet sie täglich über das Internet acht Stunden Girls Only Radio, die Nachrichten werden von der Deutschen Welle übernommen. 30 Mitstreiterinnen hat Amani Eltunsi mittlerweile gewonnen, die ihre Botschaft artikulieren, per Radio oder Website den Kontakt zu den Hörerinnen suchen und mit einer Digitalkamera kleinere Dokumentationen abfilmen. Für die Finanzierung des Radios ist Amani Eltunsi bislang allein aufgekommen, mit ihrem Job als Grafikdesignerin, aus den Einnahmen eines von ihr veröffentlichten Buchs und durch Bankkredite. Girls Only Radio spricht über die Alltagssorgen und typischen Lebensfragen junger Frauen genauso wie über sehr ernsthafte Themen wie Missbrauch und Gewalt. Fünf Millionen Zuhörerinnen hat Amani Eltunsi damit bislang erreicht und es sollen mehr werden: Zukünftig wünscht sie sich neben den zahlreichen Hörerinnen in Ägypten, noch mehr Frauen im gesamten arabischen Raum und weltweit anzusprechen.

www.banat9bass.com



Heather Cameron

Heather Cameron

Heather Cameron

Boxgirls

Boxgirls unterstützt mit Programmen in Berlin, Nairobi und Kapstadt Tausende von Mädchen und Frauen, ihre Familien und Nachbarschaften. Durch Boxen machen die Mädchen und Frauen ganz neue Erfahrungen, werden körperlich stärker und erweitern ihre sozialen Fähigkeiten. Durch die Stärkung der Programmteilnehmerinnen hat sich Boxgirls in Südafrika auch besonders darin bewährt, Gewalt gegen Frauen zurückzudrängen. Um die Stellung und den Selbstwert von Frauen zu steigern, ist es darüber hinaus notwendig, ihre finanzielle Unabhängigkeit zu stärken und ihnen Kompetenzen und Sicherheit im Umgang mit Geld zu vermitteln. Deshalb plant Heather Cameron aufbauend auf den Boxprogrammen im Raum Kapstadt entsprechende Finanztrainings für Mädchen und Frauen.

www.boxgirls.org



Matthias Scheffelmeier

Matthias Scheffelmeier

Matthias Scheffelmeier

Youth Changemaker City

Im letzten Jahrzehnt haben veränderte wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen den Druck auf junge Leute in vielen Ländern Europas erhöht. Äußere Kennzeichen sind zum Beispiel geringe Einstiegslöhne, hohe Jugendarbeitslosigkeit und eine geringe gesellschaftliche Teilhabe. Mit Youth Changemaker City will die Ashoka Jugendinitiative Barrieren für das Engagement von Jugendlichen durchbrechen und sie ermutigen und befähigen, sich aktiv an der Gestaltung ihrer Umwelt zu beteiligen und Probleme, die besonders auch Jugendliche betreffen, selbstbestimmt zu lösen. Dazu wird zunächst in einer Youth Changemaker City ein Kompetenzteam aus lokalen Experten für Jugendengagement aus allen Bereichen der Gesellschaft (z. B. Jugendorganisationen, Politik, Medien und Zivilgesellschaft) gebildet. Ausgehend von ihren persönlichen Erfahrungen identifizieren in einem nächsten Schritt engagementerprobte Jugendliche die wichtigsten Hemmnisse für mehr Engagement in ihrem Umfeld. In einem öffentlichen Wettbewerb werden schließlich alle Jugendlichen in der Stadt aufgerufen, Lösungswege und Projektideen zum Abbau solcher Hemmnisse einzureichen. Die besten Jugendprojekte werden von dem Kompetenzteam und der Ashoka Jugendinitiative weiter begleitet und unterstützt. In Deutschland ist Youth Changemaker City in Potsdam und Frankfurt/Main gestartet, weitere deutsche Städte sowie Standorte in Spanien, in den Niederlanden, in Südamerika und Südafrika sollen folgen.

www.changemakercity.de



Stephan A. Jansen

Rock Your Life!

Stephan A. Jansen

Rock Your Life!

Hunderte Mentoren- und Patenprojekte sind in den letzten Jahren gestartet. Sie wollen leisten, was das deutsche Bildungssystem nicht leistet: Kinder so fördern, dass nicht Herkunft, sondern Begabung über den Bildungs- und Lebensweg entscheidet. Kaum irgendwo gelingt das so gut wie bei Rock Your Life! Das Programm stellt Hauptschülern studentische Paten an die Seite, um ihnen den schwierigen Übergang von der Schule in das Berufsleben zu erleichtern. Alle zwei Wochen treffen sich Coach und Coachee. Dann sprechen sie über die beruflichen Träume des Schülers oder feilen gemeinsam an einer Bewerbung. In der zweijährigen Beziehung gewinnen beide: Der Schüler findet konkrete Unterstützung und Ermutigung. Der Student wird von Rock Your Life! für die Aufgabe ausgebildet und entwickelt neue soziale Kompetenzen. Und beinahe nebenbei gewinnt auch der gesellschaftliche Zusammenhalt, wenn angehende Akademiker und vermeintliche Bildungsverlierer so gut miteinander klarkommen. Professor Stephan A. Jansen, Präsident der Zeppelin Universität, hat die Idee seiner Studenten als Mentor in den Wettbewerb der BMW Stiftung eingebracht. Mit dem Preisgeld wurde das soziale Franchiseunternehmen gegründet, das heute 25 Rock Your Life! – Studentenvereine in ganz Deutschland betreut.

www.rockyourlife.de